Nachwachsende Rohstoffpflanzen – Geschichte und Bedeutung
Justus-Liebig-Universität Giessen, Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung I,IFZ,
Heinrich-Buff-Ring 26-32, 35392 Giesen
Wilfrig Lühs 2002
Durch die Biosynthesenleistungen grüner Pflanzen werden uns zahllose Produkte
beschert, die vom Menschen seit jeher vielfältig genutzt werden. Schon in früher Zeit
haben es unsere Vorfahren verstanden, Hölzer als Brenn-, Bau- und Möbelmaterialien
zu nutzen und aus Pflanzen Fasern zu gewinnen. So wurden nachwachsende
Rohstoffpflanzen in der vorindustriellen Zeit generell zu Gewinnung von
Ausgangsprodukten für alle Lebensbereichen angepflanzt. Sei dem Beginn des
industriellen Zeitalterns verlagerte sich das Interesse an pflanzlichen Rohstoffen auf die
Nahrungsmittelproduktion. Dennoch gab es immer von Pflanzen produzierte Stoffe, die
ihren Platz in der Wirtschaft behaupten konnten – trotz der enormen Entwicklung von
Synthesechemie und chemischer Technik. Die plötzliche Erhöhung der Erdölpreise 1973
löste jedoch weltweit eine Krise aus, die das Wirtschafsleben erschütterte allerdings
auch die Besinnung auf alternative Energie- und Rohstoffquellen und sparsame
Nutzung der endlichen fossilen Ressourcen wie Erdöl. Erdgas und Kohle weckte.
Neben der grundsätzlichen Unterscheidung in Energie- und Industriepflanzen gibt es
auch Rohstoffpflanzen wie z. B. Raps, Kartoffeln oder Zuckerrüben, die sowohl als
Energie- als auch als Industriepflanze nutzbar sind. Allgemein lässt sich feststellen, dass
es heute für fast alle wirtschaftlich wirklich bedeutenden Pflanzen, die im Agrar- und
Forstbereich angebaut werden, etablierte oder bislang weniger etablierte Einsatzfelder
im Nichtnahrungsbereich gibt.
Eine Ausnahme stellen die vielen Obst- und Gemüsearten dar, bei denen es noch kaum
Versuche bezüglich stofflicher oder energetischer Verwertung gibt.
Im Hinblick auf die Energielieferung dient die gesamte Pflanze oder auch nur Teile von
ihr nach Durchlaufen mehrerer Konversionsschritte (Auspresse, Vergären, Verbrennen
etc.) der Energiegewinnung. Ebenso ist die Nutzung von Pflanzenresten oder –abfällen
aus anderen Produktionslinien, z. B. in Form von Biogasgewinnung, möglich.
Was die stoffliche Nutzung betrifft, so dienen pflanzliche Erzeugnisse als technische
Rohstoffe – wie Lacke, Farb- und Gerbstoffe, Harze und Wachse, Naturgummi,
Schmierstoffe, Naturfasern, Holz und andere Werkstoffe – sowie als chemische
Grundstoffe. Nachwachsende pflanzliche Rohstoffe, die in der chemischen Industrie
eingesetzt werden, sind vornehmlich Öle und Fette, Stärke und Zucker, Cellulose,
Eiweiße sowie sekundäre Inhaltsstoffe – u.a. für die medizinisch-pharmazeutische
Anwendungen (z.B. Arzneidrogen, Vitamine, Carotinoide). Betrachtet man das weite
Feld der Naturstoffchemie, so liefern nachwachsende Rohstoffpflanzen ätherische Öle
und andere Aromastoffe, Gewürz-, Genuss-, Anregungs- und Betäubungsmittel,
natürliche Insektizide und vieles andere mehr. Zukünftige Wachstumspotenziale bzgl.
der stofflichen Nutzung sind vor allem dort zu erwarten, wo bereits aufgrund der
natürlichen Struktureigenschaft bzw. der Reinheit des Rohstoffes eine
nutzbare Synthesevorleistung für die chemische Verarbeitung bzw. Verwendung
gegeben ist.
Welche Anforderungen erfüllt der Öko-Tex-Kriterienkatalog?
Der Kriterienkatalog enthält über 100 Prüfparameter und ist innerhalb der Öko-Tex-Gemeinschaft verbindlich für alle Öko-Tex-Prüfinstitute. Grenzwerte und Kriterien werden nach dem Stand der Wissenschaft bzw. den gesetzlichen Regelungen in den Ländern der Öko-Tex-Gemeinschaft festgelegt.
In der Regel geht der Kriterienkatalog weit über gesetzliche Vorgaben hinaus.
Welche Prüfkriterien berücksichtigt der Öko-Tex Standard 100?
Der Öko-Tex Standard 100 schließt Schadstoffe aus bzw. beschränkt ihre Anwendung. Folgende Parameter sind Teil des Öko-Tex-Kriterienkatalogs:
- verbotene AZO-Farbmittel
- krebsauslösende und allergisierende Farbstoffe
- Formaldehyd
- Pestizide
- chlorierte Phenole
- chlororganische Carrier
- extrahierbare Schwermetalle
- Nickel
- Farbechtheit
- pH-Wert
- Phthalate in Babyartikeln
- Zinnorganische Verbindungen (TBT und DBT)
- Emission leichtflüchtiger Komponenten
- Geruch
Wie wird sichergestellt, dass die Prüfparameter eingehalten werden?
Ein weltweit vernetztes Kontrollsystem der autorisierten Institute überprüft laufend die Einhaltung der Kriterien. Geprüft wird durch Testkäufe von Produkten, die im Handel angeboten werden, und durch unangemeldete Stichproben in den beteiligten Unternehmen.
Weshalb unterscheidet der Öko-Tex Standard 100 vier Produktklassen und wie unterscheiden sich diese?
Artikel, Vorprodukte und Zubehör...
Produktklasse I: ...für Babys und Kleinkinder bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr
Produktklasse II.: ...mit Hautkontakt, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch mit einem großen Teil ihrer Oberfläche direkt mit der Haut in Kontakt kommen
Produktklasse III: ...ohne Hautkontakt, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nicht oder nur mit einem kleinen Teil ihrer Oberfläche mit der Haut in Kontakt kommen
Produktklasse IV: ...für Ausstattungsmaterialien, die zu Dekorationszwecken verwendet werden
Beim Öko-Tex Standard 100 Klasse 1 gilt: Babys bedürfen besonderen Schutz! Weiter gilt bei der Produktgruppenaufteilung die Unterscheidung nach Verwendungszweck des Textils: je intensiver der Hautkontakt, desto strenger die Anforderungen.
Alle unsere Schäume erfüllen die höchste Klasse:
Produktklasse I
Sojaschaum PDF
Sojaschaum
| Punkt 1. | Wichtiges Argument für unseren Sojaschaum ist natürlich die Verwendung nachwachsender Rohstoffe und deren langfristige Verfügbarkeit. Sojaschaum steht für den rücksichtsvollen Umgang mit der Natur und die Tragfähigkeit des Ökosystems unsrer Erde. |
| Punkt 2. | Die physikalischen Werte der Alterung erzielen beim Sojaschaum mit seinem Raumgewicht von 50kg so gute Werte wie Schäume mit höherem Raumgewicht. Das heißt, der Härteverlust bei der dynamischen Alterung ist vergleichbar mit Schäumen, die ein Raumgewicht von ca. 55 kg aufweisen. |
| Punkt 3. | Durch die guten physikalischen Eigenschaften kann man die Bauhöhe der Matratze nach unten „ abspecken“ (bei gleichem Liegekomfort!), was eine Gewichtsreduktion und damit ein leichteres Handling bedeutet. |



